Jedes Jahr fließen mehr als 19 Millionen Tonnen Plastikmüll in Meere und Gewässer. Wenn sich daran nichts ändert, könnte es im Jahr 2050 nach Gewicht berechnet mehr
Plastik im Meer geben als Fische.
Auf Missstände wie diese möchte die Arbeitsgruppe „Stadt.Kirche.Öko.Fair“ aufmerksam machen und im besten Fall etwas daran ändern.
Als Teil des Bottroper Stadtkatholikenrats hatte die Gruppe zusammen mit der Kirchhellener Pfarrei St. Johannes der Täufer am 16. November zum mittlerweile dritten
„ÖKO.FAIR.TAG“ eingeladen – dieses Mal in die Kinderkirche KikeriKi St. Peter. Gerade in Zeiten, in denen ökologische Themen zunehmend in den Hintergrund geraten, möchte sie damit ein Zeichen
setzen und Menschen für die Themen Klimaschutz, Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit sensibilisieren.
Unter dem Motto „Wir träumen das Wasser. Liebe sei Tat“ stand beim diesjährigen „ÖKO.FAIR.TAG“ das Thema Wasser als kostbares und gefährdetes Gut im Mittelpunkt.
Zwischen 10 und 15 Uhr erwartete Besucherinnen und Besucher ein vielfältiges Programm rund um den verantwortungsvollen Umgang mit Wasser.
Bereits in der Feier der Familienmesse, mit der der Tag begann, griff Pastor Elmar Linzner das Thema auf. „Wozu brauchen wir Wasser?“, richtete er seine Frage besonders an die Kinder in der Kirche. „Zum Trinken, zum Gießen, zum Waschen“ waren die Antworten der jungen Gäste. „Ohne Wasser gibt es kein Leben“, ergänzte Linzner, auch wenn Wasser durchaus eine zerstörerische Kraft haben könne wie beispielsweise die Flut im Ahrtal vor vier Jahren. Vor allem habe es jedoch eine positive Funktion und sei stattdessen durch den Menschen bedroht, durch Plastikmüll, der in die Meere gelange und den Klimawandel. Genau darauf wolle der „ÖKO.FAIR.TAG“ den Blick lenken. Schließlich betreffe das Thema alle Menschen dieser Welt, auch wenn andere Themen zurzeit mehr im Fokus stünden.
„Das Thema ist uns wichtig“, betonte eine Besucherin dagegen im Anschluss. Mit ihrer Begleiterin sei sie heute gezielt dafür in die Kinderkirche gekommen. Mit
dieser Aussage standen sie offenbar nicht alleine da. Denn rund 100 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung an die Scharnhölzstraße gefolgt.
Nach einer Stärkung mit bio-regionalen Speisen und Getränken waren Sängerinnen und Sänger der Kinder- und Jugendhöre der Da Pacem Chöre unter Leitung von Charlotte
Schmidt zu hören. Zusammen mit Kindern des Chores „Sophie’s little voices“ der Evangelischen Sophien Kirchengemeinde Oberhausen setzten sie musikalische Akzente rund um die Themen Natur und
Wasser.
Doch das Programm hielt noch mehr bereit: Während die Kleinsten bastelten, malten, sich schminken ließen oder der Geschichte vom Regenbogenfisch lauschten, wartete
auf die Erwachsenen ein vielfältiges Informationsangebot mit einem Kurzfilm („Rain is falling“), einem Fair-Trade-Stand und einem Tisch der Stadt Bottrop zur Dachbegrünung. Ebenfalls vor Ort war
der NABU Bottrop, der ansprechend sowohl für Kinder als auch Erwachsene über das Thema Wasser aufklärte.
Im Garten der Kinderkirche wurde außerdem eine Blutbuche gepflanzt – tatkräftig unterstützt von einigen der Kinder, die den Baum ausreichend bewässerten. Grund dafür war nicht nur die Erfüllung der „Baumchallenge 2025“ – eine Social-Media-Aktion, bei der nominierte Personen oder Organisationen innerhalb von 72 Stunden einen Baum pflanzen müssen. „Mit jedem ÖKO.FAIR.TAG möchten wir am jeweiligen Standort auch etwas zurücklassen“, erklärte Daniela Mysliwietz-Fleiß aus der Vorbereitungsgruppe.
Wie wichtig der Einsatz der Gruppe ist, zeigte sehr deutlich eine Übersicht am Stand des NABU: 450 Jahre braucht eine Plastikflasche bis sie sich im Meer zersetzt, eine Angelschnur gar 600 Jahre – Zahlen, die hängen bleiben. Grund genug, das Thema weiter wachzuhalten und Menschen darauf aufmerksam zu machen.
















